50 Tipps für Greenscreen Videos im B2B

Videos spielen im B2B-Kontext eine immer größere Rolle. Ob für Onboardings, Erklärvideos, interne Kommunikation oder regelmäßige Unternehmensupdates: Bewegtbild ist längst ein fester Bestandteil moderner Unternehmenskommunikation.

Anstatt für jede Produktion einen neuen Drehort zu organisieren, entscheiden sich immer mehr Unternehmen für ein eigenes Videostudio mit Greenscreen. Das spart nicht nur Zeit und Kosten, sondern sorgt auch für standardisierte Abläufe: Licht, Kameraposition, Ton und Bildaufbau bleiben konstant, während sich Hintergründe und Inhalte flexibel anpassen lassen. So entstehen professionelle Greenscreen Videos mit deutlich geringerem Produktionsaufwand.

Doch genau diese Flexibilität bringt auch einige Herausforderungen mit sich. Schon kleine Fehler beim Aufbau, der Beleuchtung oder der Aufnahme können später das Freistellen erschweren oder die Qualität des fertigen Videos beeinträchtigen.

Damit dir das nicht passiert, findest du in diesem Artikel 50 Tipps für Greenscreen Videos. Von der Vorbereitung über den Studioaufbau bis hin zu Licht, Kamera und Performance erfährst du, worauf es bei professionellen Greenscreen-Aufnahmen im B2B-Bereich wirklich ankommt.

Inhaltsverzeichnis

Vermeide typische Fehler bei Licht, Kamera und Freistellung und produziere professionelle B2B-Videos im eigenen Studio.

Vorbereitung der Videoproduktion

1. Das Seitenverhältnis vorab festlegen
Lege bereits vor dem Dreh fest, für welche Plattform dein Video produziert wird. Je nach Format (16:9, 4:5, 9:16 usw.) verändern sich Bildausschnitt, Kameraposition und der Platz für virtuelle Inhalte.

2. Den virtuellen Hintergrund vorab planen
Überlege vor deinen Aufnahmen, wie dein virtueller Hintergrund später aussehen soll. Realistisch oder grafisch? Helle Farben oder dunkle? Herrscht in den Szenen eine besondere Beleuchtung?

3. Den Bildaufbau skizzieren
Ein Storyboard oder eine einfache Skizze hilft dabei, Bildkomposition, Kameraperspektive und virtuelle Inhalte frühzeitig zu planen. So vermeidest du Überraschungen und sparst Zeit beim Dreh und in der Nachbearbeitung.

4. Einblendungen früh einplanen
Überlege schon vor dem Dreh, wo Bauchbinden, Grafiken oder andere Einblendungen erscheinen sollen. Plane genügend Freiraum ein, damit weder wichtige Inhalte noch Gesten verdeckt werden.

5. Genügend Zeit für Aufbau und Tests einplanen
Plane ausreichend Zeit ein, um Licht, Kamera, Ton und Greenscreen in Ruhe einzurichten. Ein sorgfältiger Aufbau verhindert viele Fehler, die sich später nur mit großem Aufwand korrigieren lassen.

6. Ein Probevideo aufnehmen
Nimm vor dem eigentlichen Dreh einen kurzen Testclip auf. Kontrolliere den Ton am besten über Kopfhörer. Stelle den Clip auch einmal probeweise frei. So erkennst du mögliche Probleme vor der eigentlichen Aufnahme.

Studio richtig einrichten

7. Kamera auf Augenhöhe positionieren
Stelle die Kamera mithilfe eines Stativs genau auf Höhe deiner Augen. So wirkt es im fertigen Video, als würdest du dein Publikum direkt ansprechen und ihm wortwörtlich „auf Augenhöhe“ begegnen. Bei unterschiedlich großen Personen genügt meist eine leichte Neigung der Kamera nach oben oder unten.

8. Den Weißabgleich manuell einstellen
Ein manueller Weißabgleich sorgt für natürliche Farben und spart später Zeit in der Nachbearbeitung. Halte dafür ein weißes Blatt Papier oder eine Graukarte vor die Kamera, bis sie das Bild vollständig ausfüllt. Anschließend führst du den Weißabgleich direkt in der Kamera oder deiner Aufnahmesoftware durch.

9. Ein professionelles Mikrofon verwenden 
Verwende möglichst ein separates Mikrofon anstelle des integrierten Kameramikrofons. Besonders bewährt haben sich Ansteckmikrofone mit zusätzlichem Lavaliermikrofon, da sie auch bei Kopfbewegungen und Drehungen nah am Mund bleiben und einen gleichmäßigen und klaren Klang liefern.

10. Auf eine gute Raumakustik achten
Auch in einem Videostudio spielt die Raumakustik eine wichtige Rolle. Teppiche, Vorhänge, Akustikpaneele oder sogar Pflanzen helfen dabei, störenden Hall zu reduzieren. Vermeiden solltest du leere Räume mit glatten Wänden und hohen Decken.

11. Mit einem Teleprompter sicher sprechen
Wenn du längere Texte sprichst oder unsicher vor der Kamera bist, kann ein Teleprompter eine große Hilfe sein. Er ermöglicht es dir, dein Skript flüssig abzulesen und dabei den Blick nahezu konstant in Richtung Kamera zu halten.

Dein Equipment steht schon bereit und du suchst einen Weg, dein Videostudio effizienter zu nutzen? Dann zeigt dir dieser Artikel, wie du die Auslastung deutlich erhöhen und gleichzeitig die Anforderungen reduzieren kannst.

Greenscreen optimal aufbauen

12. Auf eine ausreichende Größe achten
Der Greenscreen sollte groß genug sein, damit auch ausladende Gesten oder leichte Bewegungen vollständig vor dem grünen Hintergrund stattfinden. Andernfalls müssen Bereiche aufwendig nachbearbeitet oder sogar neu aufgenommen werden.

13. Den Greenscreen gleichmäßig ausleuchten
Achte auf eine möglichst homogene Ausleuchtung ohne helle oder dunkle Bereiche. Je gleichmäßiger der Grünton, desto einfacher und sauberer gelingt später das Freistellen.

 14. Falten und Knicke vermeiden
Spanne den Greenscreen möglichst straff, sodass keine Falten und Knicke entstehen. Denn diese erzeugen Schatten und unterschiedliche Grüntöne, die das Keying unnötig erschweren.

15. Den Greenscreen sauber halten
Staub, Flecken oder Verschmutzungen verändern den Grünton und können beim Freistellen zu unerwünschten Artefakten führen. Kontrolliere den Greenscreen deshalb regelmäßig und reinige ihn bei Bedarf.

16. Den Hintergrund freihalten
Achte darauf, dass keine Stative, Kabel oder andere Gegenstände in den Bereich des Greenscreens hineinragen. Alles, was sich vor dem Grün befindet, muss später aufwendig maskiert oder entfernt werden.

17. Die Sprecherposition markieren
Markiere die ideale Position des Sprechers mit Klebeband auf dem Boden. So bleibt der Abstand zum Greenscreen konstant und bei mehreren Takes oder Drehtagen lässt sich das Setup jederzeit reproduzieren.

Licht professionell setzen

18. Mit einer 3-Punkt-Beleuchtung arbeiten
Eine klassische 3-Punkt-Beleuchtung aus zwei Frontleuchten auf ca. 10 und 2 Uhr sowie einem Backlight sorgt für eine professionelle Ausleuchtung der Person. Sie trennt den Sprecher optisch vom Hintergrund und reduziert harte Schatten.

19. Weiches Licht für Gesichter nutzen
Verwende möglichst große Lichtquellen wie Softboxen oder Diffusoren, um das Gesicht gleichmäßig auszuleuchten. Harte Lichtquellen erzeugen starke Schatten, die die Freistellung erschweren.

20. Ein Headlight für natürliche Highlights einsetzen
Ein Headlight, auch Kopf- oder Haarlicht genannt, setzt einen dezenten Lichtakzent in den Haaren und auf den Schultern. Es verleiht dem Bild mehr Tiefe und lässt die Person realistischer vor einem virtuellen Hintergrund aussehen.

21. Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden
Steht dein Greenscreen in der Nähe eines Fensters, solltest du direkte Sonne vermeiden. Sie erzeugt harte Schatten und ungleichmäßige Helligkeiten auf dem Greenscreen. Nutze stattdessen Rollos oder Vorhänge und arbeite mit indirektem Licht.

22. Natürliches Tageslicht sinnvoll nutzen
Ein Raum muss nicht vollständig abgedunkelt werden, nur um ihn dann wieder künstlich zu beleuchten. Indirektes Tageslicht kann eine angenehme Grundbeleuchtung schaffen. Wichtig ist nur, dass die Lichtverhältnisse konstant bleiben.

23. Eine einheitliche Farbtemperatur verwenden
Achte darauf, dass alle Lichtquellen dieselbe Farbtemperatur haben. Eine Mischung aus warmen und kalten Lichtquellen erzeugt unterschiedliche Farbstiche und erschwert die spätere Farbkorrektur.

Kleidung passend auswählen

24. Kleidung bewusst schlicht halten
Auffällige Prints, große Logos oder ausgefallene Muster lenken schnell von deinen Inhalten ab. Greife stattdessen zu einfarbiger, schlichter Kleidung. Unser Merksatz: Wenn sich dein Publikum später nicht mehr an dein Outfit erinnert, hast du alles richtig gemacht.

25. Keine grüne Kleidung tragen
Verzichte auf grüne Kleidung oder Accessoires. Da beim Greenscreen alle Grüntöne entfernt werden, können Teile deiner Kleidung oder Accessoires in der Nachbearbeitung verschwinden oder fehlerhaft dargestellt werden.

26. Kleidung mit Kontrast zum Greenscreen wählen
Wähle eine Kleiderfarbe, die sich gut vom grünen Hintergrund abhebt, z.B. ein kräftiges Rot oder Blau. Ein klarer Farbkontrast erleichtert das Freistellen und sorgt für ein saubereres Ergebnis.

27. Auch den virtuellen Hintergrund beachten
Deine Kleidung sollte sich nicht nur vom Greenscreen, sondern auch vom späteren Hintergrund unterscheiden. So hebst du dich klar von der Szene ab und bleibst der visuelle Mittelpunkt des Videos.

28. Auf kleine Muster verzichten
Kleine, sich wiederholende Muster wie Karos, Hahnentritt oder feine Punkte können im Video einen störenden Moiré-Effekt erzeugen. Das wirkt für deine Zuschauer wie ein Flimmern und lässt die Aufnahme schnell unruhig erscheinen.

29. Auf klare Konturen achten
Kleidung mit Federn, Fransen, transparenten Stoffen oder feinen Spitzen lässt sich nur schwer freistellen. Glatte Stoffe mit klaren Kanten liefern in der Regel deutlich bessere Ergebnisse.

30. Reflektierende Materialien vermeiden
Vermeide stark glänzende Stoffe sowie spiegelnde Accessoires aus Metall oder Glas. Sie können das grüne Licht des Hintergrunds reflektieren und dadurch einen Grünstich oder unsaubere Kanten beim Freistellen verursachen.

31. Auf die Brille achten: Grundsätzlich sind Brillen kein Problem. Du solltest allerdings möglichst entspiegelte Gläser haben und ggf. die Lichtsetzung nachkorrigieren, damit sich kein Licht aus den Softboxen, Fenstern oder vom Greenscreen in den Gläsern spiegelt.

32. Wechseloutfits zum Dreh mitbringen
Packe für den Drehtag am besten zwei oder drei Outfits ein. So kannst du spontan wechseln, falls Farben, Stoffe oder Muster vor der Kamera oder beim Test-Keying doch nicht wie erwartet funktionieren.

Pssst… in unserem Blogartikel findest du noch mehr Informationen zur passenden Kleidung vor der Kamera.

Körperhaltung und Präsenz vor der Kamera

33. Stehen statt sitzen
Wenn möglich, solltest du vor der Kamera stehen. Eine aufrechte Körperhaltung verbessert deine Atmung, gibt deiner Stimme mehr Kraft und lässt dich automatisch präsenter und souveräner wirken.

34. Die L-Pose für einen sicheren Stand nutzen
Stelle deine Füße leicht versetzt in einer L-Form auf und verlagere dein Gewicht auf das hintere Bein. Diese Haltung gibt dir Stabilität, wirkt natürlich und verhindert ein unsicheres Hin- und Herwippen.

35. Den Körper leicht zur Bildmitte eindrehen
Stehe nicht komplett frontal zur Kamera, sondern drehe deinen Körper leicht zur Bildmitte. Das wirkt natürlicher und lässt dich den späteren virtuellen Inhalten automatisch zugewandt erscheinen.

36. Starren Blick vermeiden Vermeide einen starren Blick direkt in die Linse. Besonders beim Ablesen vom Teleprompter entsteht schnell ein unbewegter Eindruck. Bewege Kopf und Körper leicht beim Sprechen, z.B. durch ein sanftes Nicken, damit dein Auftritt lebendiger wirkt.

37. Auf eine keyingfreundliche Frisur achten
Lockige Haare, abstehende Strähnen oder feine Haarspitzen lassen sich schwieriger freistellen. Wähle deshalb möglichst eine ruhige Frisur oder binde längere Haare zusammen, wenn dadurch sauberere Konturen entstehen.

Sobald die Kamera läuft, ist plötzlich alles anders und du bist einfach nicht mehr du selbst? Wir zeigen dir auch, wie du deine Wirkung vor Kamera sofort verbessern kannst. Unter Anleitung und wohlwollendem Feedback kannst du das auch im Workshop Kamera & Präsenz lernen.

Tipps für den eigentlichen Dreh

38. Störungen vermeiden
Schalte dein Handy stumm und verhindere Unterbrechungen während der Aufnahme. Ein „Bitte nicht stören“-Schild oder eine rote Aufnahmeleuchte vor dem Studio helfen dabei, ungewollte Störungen zu vermeiden.

39. Genügend Abstand zum Greenscreen halten
Halte zwischen dir und dem Greenscreen mindestens anderthalb, besser zwei Meter Abstand. So vermeidest du Schatten und grünes Streulicht auf Haut oder Kleidung und erzielst ein deutlich saubereres Freistellungsergebnis.

40. Blickkontakt zur Kamera halten
Auch wenn es sich zunächst ungewohnt anfühlt: Sprich direkt in die Kamera. So fühlt sich dein Publikum persönlich angesprochen. Vermeide es, aus Nervosität ständig den Blick schweifen zu lassen.

41. Ruhige Bewegungen machen
Vermeide hektische Gesten oder schnelle Bewegungen. Sie erschweren nicht nur das Freistellen, sondern wirken auch auf die Zuschauer unruhig. Ruhige, bewusste Bewegungen sorgen für ein professionelleres Erscheinungsbild.

42. Mit virtuellen Inhalten interagieren
Nutze Gestiken oder leichte Drehungen, um mit den digitalen Inhalten zu interagieren. Zeige bewusst auf Inhalte, drehe dich leicht zu ihnen oder nimm Bezug auf ihre Position. Dadurch wirkt das fertige Video deutlich immersiver.

43. Das Ergebnis live kontrollieren
Arbeitest du mit einer Echtzeit-Software, solltest du einen Kontrollmonitor nutzen. So siehst du direkt, wie virtuelle Hintergründe und Einblendungen wirken, und kannst Blickrichtung, Gesten oder Position sofort anpassen.

44. Die Position im Studio beibehalten
Bleibe während des Drehs möglichst auf deiner markierten Position. Gerade in kleinen Studios kann jeder Schritt zur Seite die Beleuchtungssituation ändern oder andere Perspektiven erzeugen, die später im Video nicht mehr realistisch wirken.

Bildgestaltung und virtuelle Inhalte

45. Den Goldenen Schnitt nutzen
Platziere die sprechende Person möglichst im linken oder rechten Bilddrittel. Das wirkt harmonisch und schafft gleichzeitig ausreichend Platz für virtuelle Inhalte wie Grafiken, Bilder oder Stichpunkte.

46. Genügend Abstand zum oberen Bildrand lassen
Lass über dem Kopf der sprechenden Person etwa eine Handbreit Platz. Zu wenig Abstand wirkt schnell beengt, zu viel lässt die Person verloren erscheinen.

47. Den passenden Bildausschnitt wählen
Für die meisten B2B-Videos hat sich ein Bildausschnitt bis zum Bauchnabel oder maximal bis zu den Oberschenkeln bewährt. Er schafft eine persönliche Wirkung, wie in einem echten Gespräch.

48. Virtuelle Inhalte sparsam einsetzen
Nicht jede Aussage braucht eine umfangreiche Folie. Oft reichen einzelne Bilder, Grafiken oder kurze Stichpunkte aus, um das Gesagte zu unterstützen und den Fokus auf der sprechenden Person zu halten. Es gilt: weniger ist mehr.

49. Texte gut lesbar gestalten
Verwendest du Texte oder Stichpunkte, sollten diese auch beim Betrachten auf Smartphones problemlos lesbar sein. Eine ausreichend große Schrift und ein hoher Kontrast verbessern die Verständlichkeit deutlich.

50. Für mehr Dynamik sorgen
Nutze Perspektivwechsel, virtuelle Kamerafahrten oder dezente Animationen, um längere Videos abwechslungsreicher zu gestalten. So bleibt die Aufmerksamkeit der Zuschauer auch über mehrere Minuten erhalten.

Übrigens kann man unser Videostudio im Raum Chemnitz buchen oder einfach mal für Probeaufnahmen vorbeikommen und das Gefühl erleben vor einem Greenscreen zu stehen! Nun wünschen wir dir aber viel Erfolg und Freude bei der Produktion von Greenscreen Videos. 

Aaaaand Action….!