Die richtige Kleidung vor der Kamera - ein Leitfaden für B2B Videos
Ein Videodreh steht an und früher oder später kommt die Frage: „Was ziehe ich am besten vor der Kamera an?“ Schließlich soll dein Auftritt professionell wirken und einen guten Eindruck hinterlassen. Aber nicht immer sind unsere Lieblingsstücke auch für die Linse geeignet und so manche Farben, Muster oder Materialien können uns mit ihren Effekten böse überraschen. Wenn du dich am Drehtag nicht von unpassender Kleidung aufhalten lassen willst, gibt es einiges zu beachten. Wir teilen unsere Erfahrungen und geben dir Tipps aus über 10 Jahren Kameraarbeit für B2B-Videos.
Bitte vermeiden: Muster und Prints
Hast du schon mal einen Nachrichtensprecher im karierten Hemd gesehen? Wahrscheinlich nicht und das hat auch seinen Grund: Kleidungsstücke mit kleinen, sich wiederholenden Mustern (feine Karos, enge Punkte, Hahnentritt, Fischgräte usw.) werden von Kameras nicht korrekt dargestellt. Die gleichmäßigen Strukturen erzeugen ein störendes Flimmern für den Zuschauer, den so genannten Moiré-Effekt.
Auch große Prints und Schriftzüge lenken schnell vom Wesentlichen ab. Sie ziehen den Blick des Publikums auf sich und können sogar im Konflikt mit deiner eigenen Marke stehen. Sichtbare Markennamen verwässern außerdem, wofür du selbst stehst. Besser geeignet ist einfarbige und schlicht gehaltene Kleidung. Damit wirkst du ruhig und klar, ohne die Aufmerksamkeit des Publikums zu stören.
Make it Colorful: Die richtige Farbwahl
Vor der Kamera bereiten zwei Farben fast immer Schwierigkeiten: Weiß und Schwarz. Dann musst du viel mit künstlichem Licht korrigieren, was insgesamt zu Über- oder Unterbelichtung führen kann. Weiß reflektiert das Licht stark und kann dich überstrahlen. Schwarze Kleidung schluckt hingegen viel Licht, wodurch Körperstrukturen verloren gehen und das Bild flach wirkt.
Ein Dreh vor Greenscreen steht an? Dann solltest du grüne Kleidung unbedingt vermeiden. Vorsicht gilt auch bei Farben mit Grün-Anteilen, wie Senfgelb oder Oliv, denn die können mitunter in der finalen Aufnahme nicht farbgetreu dargestellt werden. Wenn du unbedingt Grün tragen musst (das kennen wir z. B. von Herstellern von Outdoor-Jacken), kannst du auch mit einem Bluescreen arbeiten.
Aber welche Farben sind denn nun empfehlenswert? Ein kleiner Tipp: Schau dir die Kleidung von Nachrichtensprechern an. Besonders die Frauen zeigen es immer wieder: einfarbige, schlichte Blusen in Pastelltönen oder kräftigen Farben, wie rot, lila, blau oder orange punkten immer. Für Männer sind hellblau, beige oder grau eine gute Wahl für Oberteile oder Hemden. Wichtig ist, dass du dich gut vom Hintergrund abhebst.
Achtung, Jahreszeiten!
Top im Sommer, Pullover im Winter: Im Laufe eines Jahres greifen wir zu unterschiedlicher Kleidung ohne darüber nachzudenken. Allerdings gibt es in den meisten B2B-Videos, besonders bei Innen- oder Studioaufnahmen, z.B. für Pitch-Videos, Videostellenanzeigen oder interaktive Videos, für den Zuschauer keine ersichtlichen Jahreszeiten als Referenz. Stell dir vor, jemand schaut dein Video im Dezember und du trägst schulterfrei. Oder er sieht es im Hochsommer und du trägst einen dicken Wollpulli. All das kann irritierend wirken und zum falschen Zeitpunkt von deiner Botschaft ablenken. Deswegen empfehlen wir dir Outfits zu wählen, die deine Arme bedecken und „jahreszeitenneutral“ sind, heißt: nicht zu sommerlich und nicht zu winterlich wirken. Mit Blusen und Hemden bzw. Blazern und Jacketts bist du immer gut beraten.
Das Ansteck-Mikro im Hinterkopf behalten
Für eine gute Tonqualität solltest du in deinen Videos ein professionelles Mikrofon nutzen. Ansteck- oder Lavalier-Mikrofone sind nicht nur praktisch, weil deine Hände frei bleiben, sondern auch vergleichsweise kostengünstig. Allerdings müssen sie an deiner Kleidung ca. zwei Handbreit unter dem Kinn befestigt werden. Heißt: offene Kleidungsstücke, wie Blazer, Jacken oder Oberteile mit Knopfleisten sind super, Rollkragenpullover werden dagegen zur Herausforderung.
Und bitte nicht den Sender vergessen! Denn der braucht auch noch einen Ort, an dem er für den Zuschauer unsichtbar versteckt werden kann. Das sind meistens Hosen- oder Jackeninnentaschen. Röcke, Kleider oder Hosen ohne Taschen oder Gürtel können da schnell ungewollt problematisch werden.
Accessoires: ja oder nein?
Bei Schmuck und Accessoires gilt generell das Prinzip „Weniger ist mehr“, denn sie sollten nicht von dir und deiner Botschaft ablenken. Armreifen, Ohrringe oder Ketten können ungewollt Licht reflektieren und zu Blendeffekten führen. Ebenso können Schals oder Tücher in Kontakt mit dem Ansteckmikrofon kommen und raschelnde Störgeräusche erzeugen.
Kleidung kommuniziert, was du nicht sagst
Das perfekte Outfit vor der Kamera ist vor allem eins: unaufdringlich. Unser Grundsatz lautet: wenn sich dein Publikum später nicht an dein Outfit erinnern kann, hast du alles richtig gemacht. Denn dann waren deine Zuschauer inhaltlich bei dir und wurden nicht von unpassender Kleidung abgelenkt.
Welche Kleidung die passende ist, hängt auch vom Anlass, deiner Branche und dem Ziel des Videos ab. Für ein informatives Video auf deiner Webseite wirkt ein Casual Business Stil authentisch und zugänglich. Für eine Neujahrsansprache als Geschäftsführer greifst du eher zu einem klassischen Anzug. Und bei einem internen Schulungsvideo zur Arbeitssicherheit dürfen es auch mal Warnweste und Schutzhelm sein.
Du siehst: Deine Kleidung erzählt mit. Sie prägt die Wirkung deines Videos und unterstützt subtil die Botschaft, die du transportieren möchtest.
Nimm zum Dreh am besten ein bis zwei Wechseloutfits mit. So kannst du schnell reagieren, falls etwas nicht passt oder nicht wie geplant wirkt. Außerdem bringt ein Outfitwechsel mehr Varianz in deine Videos, besonders dann, wenn du an einem Tag mehrere Formate aufzeichnest.
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