10 Tipps, die deine Wirkung vor der Kamera sofort verbessern
Ob Onboardingvideo, Erklärfilm, Infovideo oder Clips für die interne Kommunikation: in der B2B-Kommunikation führt heute kaum noch ein Weg an Video vorbei. Und trotzdem kennen es die meisten: Sobald die Kamera läuft, fühlt sich plötzlich alles anders an. Deine Wirkung vor der Kamera entspricht oft nicht dem, wie man dich aus Gesprächen im echten Leben kennt. Wenn dir das bekannt vorkommt, ist dieser Beitrag genau das richtige für dich!
In diesem Blogbeitrag bekommst du 10 sofort umsetzbare Tipps, die deine Wirkung vor der Kamera spürbar verbessern. Natürlich braucht es Übung und Erfahrung, um souverän aufzutreten – oftmals sind es aber die kleinen Veränderungen in Haltung, Blick oder Sprache, die darüber entscheiden, ob du souverän, klar und nahbar wirkst oder eben nicht.
Ganz egal, ob du regelmäßig Videos für dein Unternehmen produzierst oder gerade erst damit startest: Die folgenden Impulse helfen dir dabei, professioneller aufzutreten, sicherer zu wirken und deine Botschaft klar zu transportieren.
1. Tipp: Kamera auf Augenhöhe
„Old but Gold“ ist gleich unser erster Tipp. Es ist einer der einfachsten Tricks, der gleichzeitig eine enorme Wirkung erzielt: Positioniere die Kamera auf deiner Augenhöhe! Denn dann erzeugst du das Gefühl, deinem Zuschauer ebenbürtig in die Augen zu schauen und ihm sprichwörtlich „auf Augenhöhe“ zu begegnen.
Was passiert, wenn du das nicht tust?
Sobald die Kamera zu hoch eingestellt ist, wirkt es für dein Publikum so, als würden sie auf dich herabschauen. Dadurch machst du dich automatisch kleiner als du bist. Du verlierst an Präsenz und im schlimmsten Fall wirst du – unabhängig von der Qualität deiner Inhalte – nicht ernst genommen.
Ist die Kamera hingegen zu niedrig positioniert, passiert das Gegenteil. Du schaust auf den Zuschauer hinab, was unbewusst distanziert oder sogar arrogant wirken kann. Häufig sind das nur ganz subtile Effekte, die wir nicht bewusst wahrnehmen, sondern die uns nur so ein Gefühl geben, dass irgendetwas nicht stimmt oder sich nicht richtig anfühlt.
2. Tipp: Ein harmonischer Bildausschnitt
Jetzt, wo du die Kamera auf Augenhöhe positioniert hast, kannst du sie noch leicht nach oben oder unten neigen bzw. zoomen, um den für dich passenden Bildausschnitt zu finden. Denn auch der transportiert unglaublich viel Wirkung.
Bist du zu nah an der Kamera, kann das schnell unangenehm wirken. Dein Gesicht dominiert das Bild, jede kleinste Bewegung wird präsent und du gibst dem Zuschauer kaum Raum zum „Atmen“. Gehst du hingegen zu weit weg, verlierst du die Nähe zum Betrachter. Es fällt schwerer, eine echte Verbindung zu dir aufzubauen. Man sieht dich zwar, aber man spürt dich nicht richtig.
Am angenehmsten wirkt ein Bildausschnitt, der dich etwa bis zum Bauchnabel zeigt und über deinem Kopf noch ungefähr eine Handbreit Luft lässt. Diese Distanz entspricht optisch auch ziemlich genau dem Abstand, den wir auch in einem normalen Gespräch einnehmen.
3. Tipp: Hände richtig einsetzen
Eine Frage kommt bei Videodrehs und unseren Kamera und Präsenz Workshops fast immer: Wohin eigentlich mit den Händen? Denn sobald die Kamera läuft, wird uns erstmals klar: „Wir haben ja Hände!“
Am besten legst du deine Hände ganz locker auf Bauchhöhe wie zwei Schalen ineinander. Die für dich angenehme Höhe ist meist bei einer Beugung der Arme von 90 Grad. Von dieser Position aus kannst du deine Hände ganz gezielt einsetzen, um das zu unterstreichen, was du sagst. Wenn du etwas betonst oder erklärst, öffne deine Hände ruhig und gehe bis auf Brusthöhe. Das bringt Bewegung rein und macht deine Aussagen lebendiger.
4. Tipp: Stehen statt Sitzen
Ein weiterer Trick, um deine Wirkung vor der Kamera sofort zu verbessern, ist zu stehen statt zu sitzen. Dein Oberkörper ist aufgerichtet, deine Atmung wird freier und deine Stimme bekommt mehr Kraft. Alles, was du sagst, hat gleich viel mehr Wumms. Im Stehen kannst du außerdem deine Arme und Hände freier bewegen und versprühst so mehr Energie.
Wenn du doch lieber sitzen willst oder es die Situation erfordert, kannst du trotzdem einiges rausholen. Ein Stehhocker ist eine gute Lösung, weil er dich in eine aufrechte Haltung bringt. Alternativ kannst du dich ganz vorn auf die Kante deines Stuhls setzen. Auch das sorgt dafür, dass dein Oberkörper eine gerade und aufgerichtete Haltung hat.
Weniger empfehlenswert sind weiche Sofas, in die man tief einsinkt. Dabei geht schnell die Körperspannung verloren und im Bild wirkt es oft so, als würde nach deinen Knien direkt dein Kopf kommen. Das ist vielleicht gemütlich und gibt dir scheinbar ein Gefühl von Sicherheit, ist aber der absolute Präsenz-Killer!
5. Tipp: Lächeln, lächeln, lächeln
Echt jetzt, lächeln? Ja, absolut! Klingt vielleicht belanglos, macht aber einen enormen Unterschied im Video und entscheidet darüber, ob du sympathisch wirkst oder nicht.
Das Spannende ist, dass wir vor der Kamera häufig ein ganz anderes Gefühl haben: Während der Aufnahme denkst du vielleicht, dass du locker und freundlich rüberkommst. Und dann schaust du dir das Video an und bist überrascht, wie konzentriert oder sogar streng dein Gesichtsausdruck wirkt. Viele erkennen sich in dem Moment selbst kaum wieder.
Der Grund dafür: Die Kamera schluckt Emotionen – im wahrsten Sinne. Was sich für dich wie ein angenehmes Lächeln anfühlt, kommt im Video nur abgeschwächt rüber. Deshalb darfst du bei der Aufnahme ruhig etwas übertreiben. Gib also 120% mit deiner Mimik! Du wirst sehen, dann wirkst du im finalen Video „genau richtig“.
6. Tipp: Blickkontakt in die Kamera halten
Halte beim Sprechen möglichst durchgehend Blickkontakt mit der Kamera. So fühlt es sich für den Zuschauer an, als würdest du ihn direkt ansprechen. Das schafft gleich eine Verbindung.
Gerade in Momenten, in denen wir überlegen oder kurz nach Worten suchen, wandert der Blick oft ganz automatisch nach oben oder zur Seite. Das ist total menschlich, wirkt im Video aber schnell unsicher oder abwesend. Denk mal an die Nachrichtensprecher aus dem Fernsehen: Es würde sofort irritieren, wenn sie plötzlich irgendwo anders hinschauen, während sie sprechen, oder?
Genauso ist es bei dir. Dein Blick in die Kamera hält die Aufmerksamkeit und sorgt dafür, dass deine Botschaft wirklich ankommt.
7. Tipp: Mit dem Text vertraut machen
Gute Vorbereitung ist alles! Je besser du weißt, was du sagen möchtest, desto sicherer und entspannter wirkst du beim Dreh. Nimm dir deshalb vorher bewusst Zeit, um dir einen Sprechertext zu überlegen. Achte darauf, deinen Text in echter Sprechsprache zu formulieren. So, wie du ihn auch sagen würdest und nicht so, wie du ihn schreiben würdest. Kurze, klare Hauptsätze helfen dir dabei, flüssig zu erzählen und nicht ins Stolpern zu geraten.
Wichtig ist vor allem eins: üben, üben, üben! Sprich deinen Text mehrmals laut durch. Nicht nur im Kopf! Denn du wirst erst beim Sprechen merken, ob sich alles natürlich anfühlt oder ob du irgendwo hängen bleibst. So gehst du deutlich sicherer in den Dreh und vermeidest unangenehme Überraschungen. Und ganz nebenbei sparst du auch noch Zeit, weil die Aufnahmen schneller im Kasten sind. Um wirklich sicherzugehen, dass du nichts vergisst, kannst du auch einen Teleprompter verwenden.
8. Tipp: Die passende Kleidung
Deine Kleiderwahl entscheidet mit darüber, wie professionell, nahbar und auch glaubwürdig du vor der Kamera wahrgenommen wirst. Achte vor allem darauf, ein Outfit zu wählen, in dem du dich wohlfühlst und du dir nicht verkleidet vorkommst. Das sieht man sofort.
Unbedingt vermeiden solltest du allerdings Kleidung mit auffälligen Prints oder kleinen, sich wiederholenden Mustern, wie z.B. kleinkarierte Kleidungsstücke. Die können im Video schnell unruhig wirken oder sogar flimmern und damit von dir und deiner Botschaft ablenken. Stattdessen solltest du ruhige, einfarbige Kleidung wählen, die dich klar vom Hintergrund abhebt.
Noch mehr Tipps zu Farbwahl, Accessoires und No Gos erhältst du in unserem Blogartikel zur richtigen Kleidung vor der Kamera. Was du dir zum perfekten Outfit merken solltest: Wenn sich deine Zuschauer nach dem Video nicht an deine Kleidung erinnern können, hast du alles richtig gemacht!
9. Tipp: Ein stabiler Stand
Sobald die Nervosität einsetzt, beginnen viele Menschen vor der Kamera auf- und abzuwippen oder ihr Gewicht ständig von einer Seite zur anderen zu verlagern. Ein stabiler Stand hilft dir dabei, genau das zu vermeiden. Anders als häufig empfohlen, muss es dafür nicht der klassische hüftbreite Stand sein. Denn der lässt oft noch zu viel Bewegung in der Körpermitte zu.
Deutlich wirkungsvoller ist die sogenannte L-Pose. Dabei stellst du deine Füße in einer leichten L-Form auf und verlagerst dein Gewicht auf das hintere Bein. Dadurch gewinnst du sofort mehr Stabilität und wirkst souveräner. Wenn du in dieser Position einmal versuchst, deine Hüfte zu bewegen, wirst du merken, wie viel weniger Spielraum du hast.
Das Gute an diesem Stand: Dein Oberkörper dreht sich automatisch ein Stück zur Seite ein, wodurch deine Haltung gleich viel offener und einladender wird. So entsteht nicht dieses frontale Auftreten, das schnell an einen Türsteher erinnert. Und ein kleiner Bonus kommt noch dazu: Durch die leichte Drehung wirkt dein Körper optisch etwas schmaler. Du gewinnst also nicht nur an Stabilität, sondern auch an Ausstrahlung.
10. Sprich eine Person an, nicht viele
Zuletzt noch ein kleiner sprachlicher Tipp, der in der Wirkung deines Videos aber einen riesigen Unterschied machen wird: Sprich vor der Kamera nicht „alle“ an, sondern nur eine einzige Person!
Statt Formulierungen wie „Was sagt ihr dazu?“ wirkt es viel persönlicher, wenn du dein Gegenüber direkt ansprichst, also zum Beispiel „Was sind deine Erfahrungen?“ oder „Was sagen Sie dazu?“. Dadurch fühlt sich der Zuschauer sofort gemeint und abgeholt. Es entsteht eher das Gefühl eines persönlichen Gesprächs als einer Ansage in die Runde.
Was dabei außerdem helfen kann, ist eine ganz konkrete Person im Kopf zu haben. Stell dir vor, du sprichst mit einer guten Freundin oder deinem Wunschkunden. Diese Vorstellung verändert automatisch deine Sprache, deinen Tonfall und deine gesamte Ausstrahlung. Plötzlich erklärst du verständlicher, wirst persönlicher und kommst viel natürlicher rüber. Wenn es dir hilft, kannst du auch ein Foto dieser Person neben die Kamera kleben.