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10 Tipps, die deine Wirkung vor der Kamera sofort verbessern

10 Tipps, die deine Wirkung vor der Kamera sofort verbessern

Ob Onboardingvideo, Erklärfilm, Infovideo oder Clips für die interne Kommunikation: in der B2B-Kommunikation führt heute kaum noch ein Weg an Video vorbei. Und trotzdem kennen es die meisten: Sobald die Kamera läuft, fühlt sich plötzlich alles anders an. Deine Wirkung vor der Kamera entspricht oft nicht dem, wie man dich aus Gesprächen im echten Leben kennt. Wenn dir das bekannt vorkommt, ist dieser Beitrag genau das richtige für dich! 

In diesem Blogbeitrag bekommst du 10 sofort umsetzbare Tipps, die deine Wirkung vor der Kamera spürbar verbessern. Natürlich braucht es Übung und Erfahrung, um souverän aufzutreten – oftmals sind es aber die kleinen Veränderungen in Haltung, Blick oder Sprache, die darüber entscheiden, ob du souverän, klar und nahbar wirkst oder eben nicht.

Ganz egal, ob du regelmäßig Videos für dein Unternehmen produzierst oder gerade erst damit startest: Die folgenden Impulse helfen dir dabei, professioneller aufzutreten, sicherer zu wirken und deine Botschaft klar zu transportieren.

Hast du schon mal vor Kamera gesprochen und gedacht "Das bin doch nicht ich!" als du die Aufnahmen gesehen hast? Mit unseren 10 Tipps wirst du deine Kamerapräsenz sofort stärken und dich automatisch wohler fühlen!

1. Tipp: Kamera auf Augenhöhe

„Old but Gold“ ist gleich unser erster Tipp. Es ist einer der einfachsten Tricks, der gleichzeitig eine enorme Wirkung erzielt: Positioniere die Kamera auf deiner Augenhöhe! Denn dann erzeugst du das Gefühl, deinem Zuschauer ebenbürtig in die Augen zu schauen und ihm sprichwörtlich „auf Augenhöhe“ zu begegnen.

Was passiert, wenn du das nicht tust?

Sobald die Kamera zu hoch eingestellt ist, wirkt es für dein Publikum so, als würden sie auf dich herabschauen. Dadurch machst du dich automatisch kleiner als du bist. Du verlierst an Präsenz und im schlimmsten Fall wirst du – unabhängig von der Qualität deiner Inhalte – nicht ernst genommen.

Ist die Kamera hingegen zu niedrig positioniert, passiert das Gegenteil. Du schaust auf den Zuschauer hinab, was unbewusst distanziert oder sogar arrogant wirken kann. Häufig sind das nur ganz subtile Effekte, die wir nicht bewusst wahrnehmen, sondern die uns nur so ein Gefühl geben, dass irgendetwas nicht stimmt oder sich nicht richtig anfühlt.

2. Tipp: Ein harmonischer Bildausschnitt

Jetzt, wo du die Kamera auf Augenhöhe positioniert hast, kannst du sie noch leicht nach oben oder unten neigen bzw. zoomen, um den für dich passenden Bildausschnitt zu finden. Denn auch der transportiert unglaublich viel Wirkung.

Bist du zu nah an der Kamera, kann das schnell unangenehm wirken. Dein Gesicht dominiert das Bild, jede kleinste Bewegung wird präsent und du gibst dem Zuschauer kaum Raum zum „Atmen“. Gehst du hingegen zu weit weg, verlierst du die Nähe zum Betrachter. Es fällt schwerer, eine echte Verbindung zu dir aufzubauen. Man sieht dich zwar, aber man spürt dich nicht richtig.

Am angenehmsten wirkt ein Bildausschnitt, der dich etwa bis zum Bauchnabel zeigt und über deinem Kopf noch ungefähr eine Handbreit Luft lässt. Diese Distanz entspricht optisch auch ziemlich genau dem Abstand, den wir auch in einem normalen Gespräch einnehmen.

3. Tipp: Hände richtig einsetzen

Eine Frage kommt bei Videodrehs und unseren Kamera und Präsenz Workshops fast immer: Wohin eigentlich mit den Händen? Denn sobald die Kamera läuft, wird uns erstmals klar: „Wir haben ja Hände!“ 😃

Am besten legst du deine Hände ganz locker auf Bauchhöhe wie zwei Schalen ineinander. Die für dich angenehme Höhe ist meist bei einer Beugung der Arme von 90 Grad. Von dieser Position aus kannst du deine Hände ganz gezielt einsetzen, um das zu unterstreichen, was du sagst. Wenn du etwas betonst oder erklärst, öffne deine Hände ruhig und gehe bis auf Brusthöhe. Das bringt Bewegung rein und macht deine Aussagen lebendiger. 

4. Tipp: Stehen statt Sitzen

Ein weiterer Trick, um deine Wirkung vor der Kamera sofort zu verbessern, ist zu stehen statt zu sitzen. Dein Oberkörper ist aufgerichtet, deine Atmung wird freier und deine Stimme bekommt mehr Kraft. Alles, was du sagst, hat gleich viel mehr Wumms. Im Stehen kannst du außerdem deine Arme und Hände freier bewegen und versprühst so mehr Energie.

Wenn du doch lieber sitzen willst oder es die Situation erfordert, kannst du trotzdem einiges rausholen. Ein Stehhocker ist eine gute Lösung, weil er dich in eine aufrechte Haltung bringt. Alternativ kannst du dich ganz vorn auf die Kante deines Stuhls setzen. Auch das sorgt dafür, dass dein Oberkörper eine gerade und aufgerichtete Haltung hat.

Weniger empfehlenswert sind weiche Sofas, in die man tief einsinkt. Dabei geht schnell die Körperspannung verloren und im Bild wirkt es oft so, als würde nach deinen Knien direkt dein Kopf kommen. Das ist vielleicht gemütlich und gibt dir scheinbar ein Gefühl von Sicherheit, ist aber der absolute Präsenz-Killer!

5. Tipp: Lächeln, lächeln, lächeln

Echt jetzt, lächeln? Ja, absolut! Klingt vielleicht belanglos, macht aber einen enormen Unterschied im Video und entscheidet darüber, ob du sympathisch wirkst oder nicht.

Das Spannende ist, dass wir vor der Kamera häufig ein ganz anderes Gefühl haben: Während der Aufnahme denkst du vielleicht, dass du locker und freundlich rüberkommst. Und dann schaust du dir das Video an und bist überrascht, wie konzentriert oder sogar streng dein Gesichtsausdruck wirkt. Viele erkennen sich in dem Moment selbst kaum wieder.

Der Grund dafür: Die Kamera schluckt Emotionen – im wahrsten Sinne. Was sich für dich wie ein angenehmes Lächeln anfühlt, kommt im Video nur abgeschwächt rüber. Deshalb darfst du bei der Aufnahme ruhig etwas übertreiben. Gib also 120% mit deiner Mimik! Du wirst sehen, dann wirkst du im finalen Video „genau richtig“. 

6. Tipp: Blickkontakt in die Kamera halten

Halte beim Sprechen möglichst durchgehend Blickkontakt mit der Kamera. So fühlt es sich für den Zuschauer an, als würdest du ihn direkt ansprechen. Das schafft gleich eine Verbindung.

Gerade in Momenten, in denen wir überlegen oder kurz nach Worten suchen, wandert der Blick oft ganz automatisch nach oben oder zur Seite. Das ist total menschlich, wirkt im Video aber schnell unsicher oder abwesend. Denk mal an die Nachrichtensprecher aus dem Fernsehen: Es würde sofort irritieren, wenn sie plötzlich irgendwo anders hinschauen, während sie sprechen, oder?

Genauso ist es bei dir. Dein Blick in die Kamera hält die Aufmerksamkeit und sorgt dafür, dass deine Botschaft wirklich ankommt.

7. Tipp: Mit dem Text vertraut machen

Gute Vorbereitung ist alles! Je besser du weißt, was du sagen möchtest, desto sicherer und entspannter wirkst du beim Dreh. Nimm dir deshalb vorher bewusst Zeit, um dir einen Sprechertext zu überlegen. Achte darauf, deinen Text in echter Sprechsprache zu formulieren. So, wie du ihn auch sagen würdest und nicht so, wie du ihn schreiben würdest. Kurze, klare Hauptsätze helfen dir dabei, flüssig zu erzählen und nicht ins Stolpern zu geraten.

Wichtig ist vor allem eins: üben, üben, üben! Sprich deinen Text mehrmals laut durch. Nicht nur im Kopf! Denn du wirst erst beim Sprechen merken, ob sich alles natürlich anfühlt oder ob du irgendwo hängen bleibst. So gehst du deutlich sicherer in den Dreh und vermeidest unangenehme Überraschungen. Und ganz nebenbei sparst du auch noch Zeit, weil die Aufnahmen schneller im Kasten sind. Um wirklich sicherzugehen, dass du nichts vergisst, kannst du auch einen Teleprompter verwenden.

8. Tipp: Die passende Kleidung

Deine Kleiderwahl entscheidet mit darüber, wie professionell, nahbar und auch glaubwürdig du vor der Kamera wahrgenommen wirst. Achte vor allem darauf, ein Outfit zu wählen, in dem du dich wohlfühlst und du dir nicht verkleidet vorkommst. Das sieht man sofort.

Unbedingt vermeiden solltest du allerdings Kleidung mit auffälligen Prints oder kleinen, sich wiederholenden Mustern, wie z.B. kleinkarierte Kleidungsstücke. Die können im Video schnell unruhig wirken oder sogar flimmern und damit von dir und deiner Botschaft ablenken. Stattdessen solltest du ruhige, einfarbige Kleidung wählen, die dich klar vom Hintergrund abhebt.

Noch mehr Tipps zu Farbwahl, Accessoires und No Gos erhältst du in unserem Blogartikel zur richtigen Kleidung vor der Kamera. Was du dir zum perfekten Outfit merken solltest: Wenn sich deine Zuschauer nach dem Video nicht an deine Kleidung erinnern können, hast du alles richtig gemacht!

9. Tipp: Ein stabiler Stand

Sobald die Nervosität einsetzt, beginnen viele Menschen vor der Kamera auf- und abzuwippen oder ihr Gewicht ständig von einer Seite zur anderen zu verlagern. Ein stabiler Stand hilft dir dabei, genau das zu vermeiden. Anders als häufig empfohlen, muss es dafür nicht der klassische hüftbreite Stand sein. Denn der lässt oft noch zu viel Bewegung in der Körpermitte zu.

Deutlich wirkungsvoller ist die sogenannte L-Pose. Dabei stellst du deine Füße in einer leichten L-Form auf und verlagerst dein Gewicht auf das hintere Bein. Dadurch gewinnst du sofort mehr Stabilität und wirkst souveräner. Wenn du in dieser Position einmal versuchst, deine Hüfte zu bewegen, wirst du merken, wie viel weniger Spielraum du hast.

Das Gute an diesem Stand: Dein Oberkörper dreht sich automatisch ein Stück zur Seite ein, wodurch deine Haltung gleich viel offener und einladender wird. So entsteht nicht dieses frontale Auftreten, das schnell an einen Türsteher erinnert. Und ein kleiner Bonus kommt noch dazu: Durch die leichte Drehung wirkt dein Körper optisch etwas schmaler. Du gewinnst also nicht nur an Stabilität, sondern auch an Ausstrahlung.

10. Sprich eine Person an, nicht viele

Zuletzt noch ein kleiner sprachlicher Tipp, der in der Wirkung deines Videos aber einen riesigen Unterschied machen wird: Sprich vor der Kamera nicht „alle“ an, sondern nur eine einzige Person!

Statt Formulierungen wie „Was sagt ihr dazu?“ wirkt es viel persönlicher, wenn du dein Gegenüber direkt ansprichst, also zum Beispiel „Was sind deine Erfahrungen?“ oder „Was sagen Sie dazu?“. Dadurch fühlt sich der Zuschauer sofort gemeint und abgeholt. Es entsteht eher das Gefühl eines persönlichen Gesprächs als einer Ansage in die Runde.

Was dabei außerdem helfen kann, ist eine ganz konkrete Person im Kopf zu haben. Stell dir vor, du sprichst mit einer guten Freundin oder deinem Wunschkunden. Diese Vorstellung verändert automatisch deine Sprache, deinen Tonfall und deine gesamte Ausstrahlung. Plötzlich erklärst du verständlicher, wirst persönlicher und kommst viel natürlicher rüber. Wenn es dir hilft, kannst du auch ein Foto dieser Person neben die Kamera kleben.

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LinkedIn Marketing

Was dir keiner über LinkedIn sagt: 7 LinkedIn Mythen aufgelöst

Was dir keiner über LinkedIn sagt: 7 LinkedIn Mythen aufgelöst

LinkedIn gilt für viele als unverzichtbarer Kanal im Marketing-Mix. Und gleichzeitig stolpere ich immer wieder über angestaubte Denkmuster und Mythen rund um Impressionen, Unternehmensseiten oder KI-Content. In diesem Beitrag teile ich meine persönlichen Erfahrungen zu Dingen, die dir keiner über LinkedIn sagt. Ich zeige dir 7 verbreitete LinkedIn Mythen und kläre auf, was wirklich dahintersteckt. Hast du diese Mythen einmal aufgelöst, wirst du LinkedIn als Gründer, Selbständige oder Unternehmen viel gezielter für dich nutzen.

Glaubst du an diese verbreiteten Denkfehler? Diese 7 LinkedIn Mythen kannst du getrost vergessen!

Mythos 1: Impressionen = erreichte Menschen

Impressionen sind wahrscheinlich die beliebteste Kennzahl, wenn es darum geht, die Performance von Beiträgen zu bewerten oder sich mit anderen Creatorn zu vergleichen. 

Wie oft habe ich schon gelesen: „Meine Beiträge haben dieses Jahr 1 Mio. Menschen erreicht!“ Dazu ein Screenshot, der die 1 Mio. Impressionen zeigt. Aber hier muss ich kurz bremsen: sehr wahrscheinlich hast du keine Million Menschen erreicht. Und ich erkläre dir auch, warum.

Zuerst die Frage: Was sind Impressionen eigentlich? LinkedIn selbst definiert sie als: „Wie oft dein Beitrag auf LinkedIn angezeigt wurde.“

Was genau „angezeigt“ bedeutet, bleibt allerdings offen. Vermutlich reicht ein kurzes Vorbeiscrollen (auch ohne auf „Mehr anzeigen“ zu klicken) schon aus. Wichtig ist aber: Impressionen beziehen sich nicht auf einzelne Personen. Denn eine einzelne Person kann deinen Beitrag auch mehrfach sehen und jede dieser Ansichten erhöht die Impressionen. 

Deshalb stellt LinkedIn eine zweite Kennzahl bereit: „Erreichte Mitglieder“. Diese Zahl zeigt an, wie viele unterschiedliche, also individuelle Mitglieder deinen Beitrag wirklich gesehen haben. Übrigens: Für beide Zahlen weist die Plattform darauf hin, dass es sich um Schätzwerte handelt. Die tatsächliche Zahl kann also abweichen.

Und noch etwas wird gerne übersehen: Mit deinem nächsten Beitrag erreichst du selten komplett neue Menschen, sondern wieder eine ähnliche Gruppe an Menschen, nämlich hauptsächlich deine Kontakte und Follower. Diese Reichweiten lassen sich also nicht einfach über das Jahr aufsummieren.

Der Unterschied wird in den Analytics sichtbar: Aus meiner eigenen Auswertung liegt die Zahl der erreichten Mitglieder pro Post meist nur bei etwa 40–60 % der Impressionen. In der Jahresauswertung schrumpft dieser Anteil sogar auf ungefähr 10–15 %. Wer also stolz mit „1 Mio. Impressionen“ argumentiert, hat in Wirklichkeit möglicherweise „nur“ rund 100.000 Menschen erreicht.

Mythos 2: Für LinkedIn reicht eine Unternehmensseite

Ich begegne immer noch häufig der Annahme, dass eine gut gepflegte Unternehmensseite ausreicht, um auf LinkedIn sichtbar zu werden. Ein Blick in aktuelle Daten zeichnet jedoch ein anderes Bild: Laut Algorithmus-Report von LinkedIn-Experte Richard van der Blom stammen von 100 sichtbaren Beiträgen im Schnitt gerade einmal zwei von Unternehmensseiten.

Warum ist das so?

LinkedIn ist und bleibt ein soziales Netzwerk. Und soziale Netzwerke leben vom Austausch zwischen Menschen. Genau diesen Austausch bevorzugt auch der Algorithmus. Beiträge von Personenprofilen bekommen deshalb in der Regel mehr Reichweite, mehr Interaktion und letztlich auch mehr Vertrauen.

Ich empfehle deshalb fast immer: Wenn möglich, lasst eure Mitarbeiter sprechen. Wenn Menschen aus dem Unternehmen ihre Perspektiven teilen, geben sie der Marke ein Gesicht. Sie machen Botschaften greifbarer, persönlicher und glaubwürdiger als jede noch so gut formulierte Corporate-Copy.

Viele Administratoren von Unternehmensseiten setzen stattdessen darauf, dass „die Mitarbeiter den Beitrag ja einfach teilen können“. In der Praxis bringt das jedoch so gut wie nichts. LinkedIn bevorzugt eindeutig originäre Beiträge gegenüber geteilten Inhalten. Ein Share erzeugt meist nur einen Bruchteil der Reichweite eines eigenen Posts. Genau deshalb lohnt es sich, Mitarbeiter zu ermutigen, eigene Gedanken, Erfahrungen und Einblicke zu veröffentlichen, statt ausschließlich Unternehmensbeiträge weiterzureichen. Ein individueller Beitrag mit persönlichem Kontext schlägt fast immer das reine Teilen.

An dieser Stelle höre ich häufig die Sorge: „Was ist denn, wenn diese Mitarbeiter das Unternehmen irgendwann verlassen?“ Meine Erfahrung: Das ist kein Grund, die Sichtbarkeit nur auf einen „anonymen“ Account zu beschränken. Unternehmen sind keine statischen Gebilde. Neue Menschen kommen dazu, neue Stimmen entstehen. Wer heute Wissen und Sichtbarkeit aufbaut, zahlt trotzdem langfristig auf die Marke ein.

Sind Unternehmensseiten damit überflüssig? Ganz im Gegenteil! Sie bleiben ein wichtiger Bestandteil im Marketing-Mix, als offizieller Absender, als Content-Hub, als Ort für Stellenanzeigen und strukturierte Informationen. Aber sie entfalten ihre volle Wirkung erst dann, wenn sie von aktiven Menschen im Unternehmen ergänzt werden.

Mythos 3: Hashtags bringen mehr Reichweite

In den 00er und bis in die 10er Jahre sahen Feeds in den sozialen Medien noch anders aus: sie beinhalteten nur Beiträge von Personen oder Seiten, die wir auch abonniert haben. Neue Inhalten konnten wir beispielsweise über Hashtags entdecken, die Beiträge thematisch einordnen. (Ich erinnere mich noch daran, wie ich 2016 mit meinem neuen Instagram Account täglich den Hashtag #lostplaces gierig nach neuen Inhalten durchforstet habe, bis ich bei den Beiträgen vom Vortag angelangt war).

Heute funktionieren die meisten Plattformen grundlegend anders – so auch LinkedIn. Der Feed ist personalisiert, algorithmisch kuratiert und stark verhaltensbasiert. Wir sehen Beiträge, weil Menschen aus unserem Netzwerk sie liken, kommentieren oder weil LinkedIn vermutet, dass sie zu unseren Interessen passen.

Gleichzeitig hat sich unser eigenes Nutzungsverhalten verändert. Durch permanente Content-Beschallung und Endlos-Scroll-Feeds suchen wir immer seltener aktiv nach neuen Beiträgen. Frag dich mal selbst: Wann hast du zuletzt bewusst nach #Innovation gesucht? Ich tippe mal auf nie.

Ich habe mein eigenes Verhalten mal reflektiert und gemerkt: Es gab nur eine konkrete Situation, in der ich nach einem Hashtag gesucht habe (was mittlerweile auch schon wieder Jahre her ist): Es war bei einer Messe, als ich sehen wollte, wer noch vor Ort ist, was andere teilen und mit welchen Personen sich eine Vernetzung lohnt. Für den alltäglichen Content-Konsum spielen Hashtags für mich jedenfalls keine Rolle mehr.

LinkedIn hat inzwischen selbst bestätigt, dass Hashtags keine zusätzliche Reichweite erzeugen. Sie helfen bei der thematischen Einordnung eines Beitrags, sind aber kein Reichweitenhebel mehr. Das bedeutet nicht, dass Hashtags komplett sinnlos sind. Bei Events oder als individueller Hashtag einer Personal Brand können sie durchaus hilfreich sein. Wer jedoch glaubt, mit der richtigen Hashtag-Kombination die Sichtbarkeit eines Beitrags signifikant steigern zu können, folgt einem überholten Aberglaube.

Mythos 4: Meine Beiträge kann ich doch jetzt mit KI schreiben!

Auf LinkedIn nehmen KI-generierte Inhalte spürbar zu. Viele Texte klingen plötzlich erstaunlich ähnlich. Sie arbeiten mit denselben Formatierungen, Dramaturgien und Floskeln wie „mit Haltung“, „mit Wirkung“, „nicht laut, sondern leise“. 

Bei Bildern sieht es kaum anders aus. Beige Comic-Illustrationen, glattgebügelte KI-Portraits und Infografiken mit haufenweise Rechtschreibfehlern. (Wurde man doch früher schon für einen einzigen in den Kommentaren getadelt.)

Manchmal wirkt es, als wäre Social Media zum Trainingslager für KI-generierten Quatsch geworden. Irgendwie sollen alle KI nutzen, aber keiner will die Ergebnisse sehen.

So wie wir über die Zeit vollgepackte PowerPoint-Folien müde geworden sind, schalten wir heute bei KI-Inhalten ab. Wir wollen einfach keine Aufmerksamkeit verschwenden an Inhalte, die bei der Erstellung selbst keine Aufmerksamkeit bekommen haben.

Die Konsequenz wird bereits deutlich: Viele Menschen ziehen sich innerlich zurück. Sie kommentieren weniger, lesen selektiver und sehnen sich stärker nach einem richtigen, zwischenmenschlichen Austausch.

Das soll nicht heißen, dass du komplett auf KI verzichten sollst. Im Gegenteil: nutze künstliche Intelligenz gerne als Werkzeug, aber niemals als Ergebnis! Für LinkedIn braucht es jetzt mehr als zuvor Beiträge mit deinen Erfahrungen, deiner Persönlichkeit oder auch mal deinen Umgang mit Rückschlägen.

Mythos 5: Beiträge werden in Echtzeit angezeigt.

Hast du schon einmal einen Beitrag gesehen, der auf ein spannendes Event oder Webinar aufmerksam macht und gerade als du dich anmelden willst, merkst du, dass der Termin schon vorbei ist?

Viele glauben, dass ihr Beitrag ihrem Netzwerk in dem Moment gezeigt wird, in dem er veröffentlicht wird. Das stimmt allerdings nicht. LinkedIn priorisiert Inhalte nach Relevanz und Interaktion. Der Feed ist personalisiert und dynamisch. Je nachdem, wie aktiv dein Netzwerk ist und wie viele Inhalte täglich veröffentlicht werden, zeigt dir dein Feed auch Beiträge an, die eine, zwei oder sogar drei Wochen alt sind.

Wer also denkt: „Ich poste schnell noch etwas zu unserem Event morgen“, riskiert, dass ein relevanter Teil des Netzwerks den Beitrag erst sieht, wenn das Event längst vorbei ist. Gerade bei Webinaren, Bewerbungsfristen oder zeitlich begrenzten Angeboten bleibt dadurch viel Potenzial ungenutzt.

Wenn ich einen konkreten Termin bewerben möchte, hat sich für mich folgende Dramaturgie bewährt:

  1. Eine frühzeitige Ankündigung vier Wochen vorher.
  2. Ein Beitrag mit klarem Mehrwert und Nutzenargumentation für die Zielgruppe zwei bis drei Wochen vorher.
  3. Einen Reminder oder „Last Call“ mind. eine Woche vor dem Termin.

Wer dieses „zeitversetzte Posten“ berücksichtigt und seine Inhalte zeitlich klug plant, kann das Potenzial von LinkedIn bestmöglich ausschöpfen, statt sich im Nachhinein über vermeintlich fehlende Reichweite oder Conversions zu wundern. 

Mythos 6: Wer mich googelt, landet sowieso auf meiner Website

Viele Unternehmer, Selbständige oder Gründerinnen erstellen ein LinkedIn-Profil, füllen es rudimentär aus und oft genug passiert danach dann genau das: Gar nichts. Sie lassen ihr Profil einfach bestehen. Es existiert zwar, spielt im Alltag aber kaum eine Rolle oder wird komplett vergessen.

Nicht weiter schlimm, oder? Nicht ganz, denn ein wichtiger Punkt wird häufig übersehen: Sucht man deinen Namen bei Google, tauchen LinkedIn-Profile erstaunlich weit oben auf. Häufig sind sie sogar der allererste Treffer! Das heißt, sie werden noch vor deiner eigenen Website angezeigt. Wer also nach deinem Namen sucht, landet mit hoher Wahrscheinlichkeit zuerst dort.

Und genau in diesem Moment entscheidet sich der (allseits bekannte und in dem Fall oft gefürchtete) erste Eindruck. Wenn das Profil unvollständig wirkt, seit Jahren nicht aktualisiert wurde oder wenig darüber verrät, wofür du eigentlich stehst, kann die Geschichte an dieser Stelle schnell zu Ende sein.

Viele unterschätzen, wie häufig solche kurzen Recherche-Momente stattfinden: Ein potenzieller Kunde, ein Journalist, ein möglicher Geschäftspartner oder auch ein Bewerber sucht nach deinem Namen, klickt auf das erste Ergebnis und verschafft sich innerhalb weniger Sekunden ein Bild von dir.

LinkedIn ist deshalb weit mehr als nur ein Netzwerk zum Teilen von Inhalten. Für viele ist die Plattform der Ort, an dem man zuerst nachsieht, um herauszufinden, mit wem man es zu tun hat. Gerade für Selbstständige und Solopreneure lohnt es sich deshalb, das eigene Profil regelmäßig aus der Perspektive eines Außenstehenden zu betrachten, um keine Chancen zu verschenken.

Mythos 7: Impressionen, Likes und Kommentare bestimmen den Erfolg

Viele messen ihren Erfolg auf LinkedIn an dem, was direkt sichtbar ist: Impressionen, Likes und Kommentare. Klar, denn immerhin sind diese Zahlen greifbar und lassen sich leicht vergleichen und auswerten. Gleichzeitig entsteht aber auch schnell der Eindruck: Wenn wenig passiert, funktioniert mein Content nicht.

Was dabei oft übersehen wird: Der größte Teil der Plattform verhält sich still. Schätzungen zufolge erstellen nur etwa ein Prozent der LinkedIn-Nutzer regelmäßig eigene Inhalte. Der überwiegende Teil liest mit, beobachtet, bildet sich eine Meinung, aber ohne selbst aktiv zu werden. Ich nenne sie immer gern die „schweigende Masse“.

Ich erlebe das tatsächlich auch immer wieder. Menschen melden sich bei mir, beziehen sich auf Beiträge, die ich vor Wochen oder Monaten veröffentlicht habe, und sagen dann Sätze wie: „Ich lese schon länger mit“ oder „Ich verfolge deine Inhalte schon eine ganze Weile“. Viele dieser Personen haben vorher nie einen meiner Beitrag geliked oder kommentiert.

Soll heißen: Die eigentliche Wirkung ist leider nicht so leicht messbar, wie Likes oder Kommentare und entsteht oft außerhalb der Plattform. Aus meiner Erfahrung sind es selten die Menschen, die regelmäßig liken oder kommentieren, die später zu Kunden werden. Viel häufiger sind es diejenigen, die sich im Hintergrund halten. Wenn man sich das bewusst macht, verändert sich auch der Blick auf die eigenen Inhalte.

Es geht weniger darum, möglichst viele Reaktionen zu erzeugen, sondern mehr darum, über längere Zeit präsent zu sein, Vertrauen aufzubauen und im richtigen Moment in Erinnerung zu bleiben. Und genau dafür ist LinkedIn doch wunderbar geeignet.

Bonus Mythos: Sichtbarkeit erreicht man nur über eigene Beiträge

„Ich habe keine Zeit eigene Beiträge für LinkedIn zu schreiben, deswegen bin ich dort auch nicht aktiv.“ So oder so ähnlich höre ich das von vielen Unternehmern. Mit dieser Aussage schwingt ein Bedenken mit: Nämlich, dass sich nur eigene Beiträge lohnen, um etwas auf LinkedIn zu erreichen.

Das ist aber absolut nicht so! Es gibt einige Aktivitäten, mit denen du Sichtbarkeit aufbauen kannst, ohne eigene Beiträge zu schreiben und ohne viel Zeit aufzuwenden. Ich habe sie in meinem Beitrag über die 15 Minuten LinkedIn Routine inkl. Infografik zum Download zusammen gefasst. Hier nur ein paar der Möglichkeiten:

  • Kommentare schreiben
  • Geburtstagsnachrichten senden
  • Profile durchstöbern

Über die Autorin

Hi, ich bin Sandy, Mitgründerin und Geschäftsführerin von Startpunkt Media, einer Medienagentur aus Mittweida, die sich auf Marketingstrategie und Medienproduktionen spezialisiert hat. Seit über 8 Jahren bin ich mittlerweile bei LinkedIn aktiv und weiß, wie man ein starkes Netzwerk aufgebaut und über die Plattform potenzielle Kunden sanft zur Kaufentscheidung begleitet – ganz ohne nervige Akquise. 

Ich liebe es mein Wissen zu teilen und schenke dir gerne mein kostenloses Whitepaper zu „99 Content-Ideen für LinkedIn“.

Ob als Start für selbständige Frauen oder bei der regelmäßigen Content-Unterstützung für Abteilungsleiter und Geschäftsführer: ich begleite Unternehmer gerne auf dem Weg zu mehr Sichtbarkeit. Lass uns doch mal über deine Ziele sprechen und nimm Kontakt mit mir auf!